allgemein
Abends noch ein Fussballtraining, alles gegeben, danach noch ein Bier mit den Kollegen, nach Hause, noch einen Krug Tee trinken und ein paar Korrespondenzen erledigen und dann kurz nach Mitternacht zum umfallen muede ins Bett. Kein Auge haett ich mehr aufgebracht, keinen Schritt mehr gehen koennen. Doch halt, heisst das, ich haette gleich geschlafen? Nein, wo denkt man hin, es wurde ein Uhr, zwei Uhr, drei Uhr, danach hab ich nie mehr auf den Wecker geschaut, aber geschlafen trotzdem noch nicht. Und wenn dann nur kurz, um mich gleich wieder zu waelzen. Erst heute morgen nachdem sich der Wecker lautstark zu Worte (oder Geklingel) gemeldet hat, da konnte ich schlafen. Morgen stell ich den Wecker auf ein Uhr morgens, vielleicht kann ich danach ja schlafen. Kranke Welt.
Was ich schon lange zu glauben wusste, ist nun auch wissenenschaftlich bestaetigt: die 80iger haben unsere Arbeitsmoral entschiedend geaendert. Waehrend frueher (Antike - 80iger) der erfolgreiche Mann (oder Frau) seinen Erfolg durch Muessiggang und Muse zum Ausdruck brachte, wird dies seither genau durch das Gegenteil gemacht: dauernde Beschaeftigung. Damit verbunden natuerlich auch die Stigmatisierung saemtlicher Freizeit und Muse als Versagertum.
Der Grund ist klar fuer mich: schuld daran sind die verbesserten und verkuerzten Arbeitszeiten fuer Arbeiter sowie Einrichtungen wie Arbeitslosenversicherung. Denn die "Elite" ist nicht anders als die Punks: Oberstes Ziel ist eine Distanzierung von der grossen Masse. War die einst unbedingt darauf angewiesen zu arbeiten, seit der Industrialisierung viel zu arbeiten, darf sie es heutzutage (zu Recht) auch mal etwas gemuetlicher angehen. Und genau von diesem muss sich die "Elite" entsprechend distanzieren.
(gefunden im
TagesAnzeiger.)
Eine interessante Frage, welche sich mir doch von Zeit zu Zeit wieder einschleicht. Das Problem ist eine Definition von Leben. Streifzüge durchs Internet waren leider nie sehr ergibig, Definitionen welche man findet, treffen diese doch meist auch auf vegetative Zustände zu. Doch irgendwie hatte ich höhrere Anforderungen. Deshalb nun meine eigene Definition: Leben ist der Zustand, in welchem geistige Aktivität und physischer Ausdruck kongruent sind.
Aufgrund dieser Definition war es mir nun möglich mein Dasein zu analysieren (angesichts des 20jährigen "Jubiläums" meines einschneidensten Ergeignisses und nein, es ist nicht mein Velounfall, der war Ostern ein Jahr davor). Das ganze war ziehmlich ernüchternd. Mein Leben in diesen 20 Jahren bestand aus 2 mal einem Jahre, zwei Mal einem halben, dazu noch einige einzelne Wochen und Tage, alles in allem vielleicht 4 Jahre aus 20... 20% gelebt nicht gerade die Zahl, die ich mir erhoffen würde. Wär ich optimist, würd ich sagen, mit den 100% aus mir den verbleibenden 91 Jahren (Schätzung meines ehemaligen Geschichtslehrers) gibts immerhin 85%. Der Realist in mir sagt jedoch, 20% ist alles, was ich mir je erhoffen durfte, von da an geht's nur noch Abwärts zum Tod. Oder wie jemand anders mal zu Protokoll gab: "Das Leben ist eine Achterbahnfahrt mit Thrill eines Kinderkarussells."
Ja, ich habe meine Sprachkenntnisse im Thurgau verfestigt und spreche nun einen klassischen Thurgauerdialekt (mittlerer Seerücken). In frühster Kindheit sprach ich Winterthurer Dialekt und später St.Galler. Doch beim Thurgauer bin ich geblieben. Nicht weil ich wollte, sondern weil es die entsprechende Entwicklungsphase war. Doch musste und muss ich immer wieder erfahren, Thurgauer kommen, sobald sie etwas sagen, in der gesellschaftlichen Rangordnung direkt unter einem Nigger. Für alle, die mich jetzt wegen der Benutzung dieses Wortes als Rassisten verurteilen, möchte ich mich auf ein
Zitat aus dem hervorragenden Film
Threesome beziehen. Man ersetze einfach Fag durch Thurgauer.
Diesem Rassismus bin ich auch in der neusten
Kolumne Michèle Rotens (mit der mich etwas verbindet, nämlich der Hang zu qualitativer Diskongruenz) im
Magazin wieder begegnet. So etwas von abgelatscht. Nachdem ich dank Militär und Studium mit Leuten aus anderen Teilen der Schweiz zu tun hatte für mehrere Jahre, kann ich den "Witz" einfach nicht mehr hören. Nichts gegen gute Witze über mich und meinesgleichen, mach ich ja selbst gerne, aber bitte alle 10 Jahre einen neuen. Danke!
Heute gesehen auf
WDR, die ersten beiden Teile der
arte-Serie. Eine verhältnismässig infomative und wissenschaftlich korrekte Sendung (abgesehen von ein/zwei Unklarheiten infolge des Schnittes) zur aktuellen Hirnforschung. Leider sehr populistisch und meiner Meinung nach etwas zu sehr schaustellerisch. Aber abgesehen davon... informativ.
Da ist man kurz im Krieg und hat natürlich keine Zeit, sich um den Blog zu kümmern (und wenn man Zeit hatte, keinen Internetanschluss). Und prompt wird gelobt, ohne dass man selbst etwas beigetragen hätte. Das spornt natürlich an, sehr sogar. Man wirde wieder zivilisiert und möchte dies ausnützen. Und ich habe Themen, ich könnte Bücher damit füllen. Doch genau das ist das Problem. Hunderte von Gedanken schwirren durch meinen Kopf, ziellos, ordnungslos, hilflos. Sobald ich an der Tastatur sitze wirds klar, ich kann so nicht schreiben. Aber versprochen ist versprochen: ich werde versuchen etwas Ordnung reinzubringen in die Gedanken, und sobald dies geschehen ist, Euch liebe Leser wieder daran teilhaben lassen.
Eigentlich wollte ich heute Abend den Musiktipp veröffentlichen. Stattdessen habe ich nur noch Lust jemanden umzubringen.
Ende Jahr soll ja Zeit sein, um Rückblicke zu tätigen. Und das praktische ist, wenn man Mitte Jahr Geburtstag hat. Man kann zwei Mal zurück schauen, einmal Ende Kalenderjahr, einmal Ende Lebensjahr. Aber egal, ich habs halt gemacht. Und ich musste feststellen: ein weiteres ganzes Jahr ohne Regen. Kein einziges Mal hätt' ich meinen Regenschirm gebrauchen können, höchstens Mal zuhause aufgemacht um zu schauen, ob er sich überhaupt noch öffnen lässt. Vielleicht sollte ich ihn ganz einfach verkaufen. Jedenfalls versteh' ich in der Zwischenzeit einen gewissen Herrn A.H., der im Deutschland der 30iger angeblich in einer Regenschirmfabrik Maschinengewehre produzieren lies. Zum Schiessen muss man nicht auf Regen warten.
von Ian Anderson, ausgesprochen am Konzert vom 23.Mai 1992 in Ceasarena Palaestina, Israel:
Christmas time. When really we should remember, this is a time for spiritual uplift. A time for one-ness with the universe, and Donovan. It is Not a time for heavy drinking, over-eating, and casual sex with farm animals. That's out of the question! (pause) So be warned, David Pegg!
(Dave Pegg war damals Bassist von Jethro Tull.)
Diesmal hats mir den Nuggi endgültig rausgehauen, als ich wieder mal als "nett" bezeichnet wurde. Meist wenn Leute "nett" sagen, meinen sie etwas zwischen "öd", "langweilig" und "uninteressant". Dies alleine ginge noch, denn weiter ist noch inbegriffen: "Danke Idiot, denn erwarte ja nicht, dass ich jemals irgendetwas für Dich machen würde." Wobei das "Danke" vermutlich auch nur in meiner Phantasie existiert.
Doch von jetzt an weht ein anderer Wind. Wer etwas von mir will, und sei es auch nur die Auskunft nach dem Weg oder der Zeit, muss mir zuerst glaubhaft machen könne, dass ich von einer Zusammenarbeit profitiere. Einige haben dies bereits getan, dass nennt sich Kollegenkreis, andere können dank ihrer Position davon profitieren bis sie das Gegenteil zeigen, zum Beispiel Mitarbeiter, aber für den ganzen Rest gilt: zeigt mir zuerst, was ich davon habe. Ansonst, leckt mir am Arsch. Und für all diejenigen, welche sich immer darüber aufregen, dass unsere Gesellschaft so kalt und unpersönlich ist: gratuliere. Ihr habt sie soeben ein Stücken kälter gemacht.