Sonntag, 7. Januar 2007

Musiktipp der Woche 01/07

Nach einwöchiger Absenz möcht ich auch im neuen Jahr wieder fortfahren mit meinen Tipps. Da ich die nächsten drei Wochen in den Krieg ziehen werde, möchte ich ein dazu passendes Lied empfehlen. Nein, es ist kein (Anti-)Kriegslied. Es ist

I don't wanna grow up

von Tom Waits, sowie gecovert von den Ramones. Der Song ist eine Kampfansage an die Welt der Erwachsenen. Ein Junge beobachtet seine Eltern und leidet mit ihnen mit. Er erlebt eine Welt, in welcher alle dazu verdammt sind, Erfolg zu haben, gleichzeitig aber am Weg dorthin scheitern. Dies kompensieren seine Eltern durch Alkohol, Drogen, das Kaufen lauter nutzlosen Plunders. Gleichzeitig steigt die Belastung weiter, da gegen Aussen der Schein des "normalen " Familienlebens aufrecht erhalten werden muss. Gleichzeitig ist das Lied nicht so hart, da das ganze aus Sicht eines Jungen erzählt wird, dass heisst, es gibt zwischendurch auch die nicht ganz so harten Gründe wie "I don't want my hair to fall out".

Ich möchte Euch Lesern beide Versionen ans Herz legen, da die Interpretation unterschiedlicher nicht sein könnte. Tom Waits (das Orginal) singt das Lied mit seiner einmalig rauchigen Stimme, nur begleitet von Gitarre und Walking Bass. Man könnte meinen, es wären die letzten Worte eines Säufers, der sein Leben bereut und die Schuld seinen Eltern gibt. Anders die Ramones, bei welchen Joey die Worte in seiner unvergleichlich genialen Art unverständlich ins Mikrofon reinwurstelt. Das ganze kommt mit einem unglaublichen Drive (obschon C.J. am Bass steht) und bekommt dadurch wirklich das jugendliche, noch etwas präpubertäre Feeling. Jedoch, Tom Waits lebt noch, von den Ramones sind drei der vier Gründungsmitglieder inzwischen verstorben.

Von beiden Versionen gibt es auch einen Videoclip, der von Tom Waits vielversprechend, da von Jim Jarmusch gedreht, insgesammt jedoch enttäuschend, da unzusammenhängend. Ganz anders derjenige der Ramones, ganz in ihrem Stil: sie spielen und um sie herum läuft ein Zeichentrickfilm in den buntesten Farben, welcher den Zuhörer gleichzeitig zum Beobachter macht (regelmässige Konsumenten der Sendung ohne Namen sollten dies beherrschen).

Und nun, weshalb ich das Lied gewählt habe: Wäre ich nie erwachsen geworden, wäre die nächsten drei Wochen kein Krieg ;-).

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